Marketingbudget für Hotels planen: Wie viel sollten Betriebe investieren?
Die Budgetplanung steht an – und damit die Frage: Wie viel Geld soll im kommenden Jahr ins Marketing fließen?
In vielen Hotels läuft die Antwort darauf erstaunlich pragmatisch ab. Man schaut auf das Vorjahr, übernimmt bestehende Budgets, erhöht hier ein wenig, kürzt dort etwas und verteilt den Rest auf Website, Google Ads, Social Media oder einzelne Kampagnen. Das Problem: Auf diese Weise wird Marketing schnell zur reinen Kostenposition. Sinnvoller ist es, die Planung genau andersherum aufzubauen. Nicht die Frage „Was können wir für Marketing ausgeben?“ sollte am Anfang stehen, sondern: „Welchen Umsatz wollen wir erreichen – und welche Marketinginvestitionen sind dafür notwendig?“ Denn wer höhere Umsätze, mehr Direktbuchungen, neue Zielgruppen oder eine bessere Auslastung in schwächeren Zeiten erreichen möchte, muss dafür auch die passenden Voraussetzungen schaffen.
Wie hoch sollte das Marketingbudget eines Hotels sein?
Eine universell richtige Zahl gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind Hotels hinsichtlich Größe, Standort, Zielgruppe, Positionierung, Vertriebsmix und Ausgangslage. Als praxisorientierte Faustregel kann für etablierte Hotels jedoch gelten:
Rund 5 bis 6 % des angestrebten Jahresumsatzes sollten für Marketing eingeplant werden.
Entscheidend ist dabei das Wort angestrebt. Wer das Marketingbudget ausschließlich auf Basis des Umsatzes aus dem Vorjahr berechnet, läuft Gefahr, seine eigenen Wachstumsziele auszubremsen. Plant ein Hotel beispielsweise, den Umsatz von 2,7 auf 3 Millionen Euro zu steigern, sollte sich das Marketingbudget nicht an den bisherigen 2,7 Millionen orientieren, sondern am geplanten Zielumsatz.
Rechenbeispiel: Hotel mit 3 Millionen Euro Umsatzziel
Ein Hotel plant für das kommende Jahr einen Umsatz von 3 Millionen Euro.
Bei einem Marketingbudget von 5 % ergeben sich:
150.000 Euro Marketingbudget pro Jahr.
Bei 6 % wären es:
180.000 Euro Marketingbudget pro Jahr.
Dieses Budget bedeutet jedoch nicht, dass 150.000 oder 180.000 Euro vollständig in Werbeanzeigen fließen sollten.
Zum Marketing gehören deutlich mehr Bereiche:
- Website und technische Weiterentwicklung
- Suchmaschinenoptimierung
- Google Ads und Performance Marketing
- Social Media
- Foto- und Videoproduktion
- Content-Erstellung
- Newsletter und CRM
- Tracking und Analyse
- Kampagnenentwicklung
- Markenführung und Positionierung
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Höhe des Budgets, sondern vor allem dessen sinnvolle Verteilung.
Neueröffnung: Warum das Marketingbudget höher sein sollte
Bei einer Neueröffnung gelten andere Voraussetzungen. Ein etabliertes Hotel verfügt im besten Fall bereits über eine bekannte Marke, Stammgäste, eine gut positionierte Website, bestehende Google-Rankings, Social-Media-Kanäle, Gästedaten und Erfahrungswerte aus vergangenen Kampagnen. Ein neues Hotel startet dagegen häufig bei null. Deshalb kann für Neueröffnungen ein Marketingbudget von rund 10 % des angestrebten Jahresumsatzes eine sinnvolle Orientierung darstellen. Auch dieser Wert ist keine allgemeingültige betriebswirtschaftliche Regel. Er zeigt vielmehr, dass in der Aufbauphase deutlich höhere Investitionen notwendig sein können.
Warum eine Neueröffnung mehr Marketing benötigt
Schon vor dem ersten Gast müssen zahlreiche Grundlagen geschaffen werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Markenentwicklung und Positionierung
- Gestaltung und Programmierung der Hotelwebsite
- professionelle Foto- und Videoproduktion
- Aufbau der Social-Media-Kanäle
- Content-Produktion
- Suchmaschinenoptimierung
- Google Ads
- Launch-Kampagnen
- PR und Medienarbeit
- Newsletter- und CRM-Strukturen
- Tracking und Analytics
- Aufbau des Direktvertriebs
Hinzu kommt ein wesentlicher Faktor: Ein neues Hotel muss Nachfrage erst aktiv aufbauen. Niemand sucht gezielt nach einem Hotel, das er noch nicht kennt. Entsprechend muss die Marke zunächst sichtbar werden. Ähnlich verhält es sich bei umfangreichen Rebrandings, neuen Hotelkonzepten oder Betrieben, die sich strategisch in einem völlig neuen Markt positionieren möchten.
Wie sollte ein Hotel sein Marketingbudget verteilen?
Eine feste Prozentverteilung für jedes Hotel wäre unseriös. Ein familiengeführtes Wellnesshotel in den Alpen benötigt einen anderen Marketingmix als ein Stadthotel in Hamburg, ein Boutiquehotel auf Mallorca oder ein großes Resort. Trotzdem hilft eine grundlegende Struktur dabei, Prioritäten zu setzen.
1. Website und Conversion: Die digitale Verkaufsfläche des Hotels
Die eigene Website ist weit mehr als eine digitale Visitenkarte. Sie ist einer der wichtigsten Verkaufskanäle eines Hotels. Hier entscheidet sich, ob aus Interesse tatsächlich eine Anfrage oder Direktbuchung wird. Investitionen sollten deshalb nicht nur für einen Relaunch alle fünf oder zehn Jahre vorgesehen werden. Eine gute Hotelwebsite benötigt laufende Weiterentwicklung.
Dazu gehören unter anderem:
- technische Optimierung
- mobile Nutzerfreundlichkeit
- Landingpages
- bessere Buchungsstrecken
- Angebotsseiten
- Conversion-Optimierung
- Tracking
- Ladegeschwindigkeit
- neue Inhalte
- Aktualisierung von Bildern und Videos
Wer monatlich hohe Summen für Google Ads ausgibt, aber Besucher anschließend auf eine langsame, unübersichtliche oder wenig überzeugende Website schickt, nutzt sein Werbebudget nur eingeschränkt effizient.
2. SEO für Hotels: Sichtbarkeit langfristig aufbauen
Suchmaschinenoptimierung ist für Hotels ein wichtiger Baustein, um langfristig unabhängiger von bezahlter Reichweite und Buchungsplattformen zu werden. Dabei geht es längst nicht nur darum, bei Google für den eigenen Hotelnamen gefunden zu werden.
Interessant sind Suchanfragen wie:
- Wellnesshotel Südtirol
- Familienhotel Tirol
- Hotel mit Pool Ostsee
- Wanderhotel Österreich
- romantisches Wochenende Bayern
- Wellnessurlaub mit Hund
Welche Suchbegriffe relevant sind, hängt von Positionierung, Zielgruppe und Destination ab. Gute SEO-Arbeit kombiniert Technik, Struktur, Content und laufende Optimierung. Wichtig: SEO ist keine einmalige Maßnahme. Wer organische Sichtbarkeit aufbauen und halten möchte, muss kontinuierlich investieren.
3. Google Ads und Performance Marketing: Nachfrage gezielt abholen
Google Ads können für Hotels besonders wirkungsvoll sein, weil viele potenzielle Gäste dort bereits mit einer konkreten Reiseabsicht suchen. Der große Vorteil: Hotels können genau dann sichtbar werden, wenn ein Nutzer aktiv nach einer passenden Unterkunft sucht. Das macht Google Ads jedoch nicht automatisch profitabel.
Entscheidend sind unter anderem:
- die richtigen Keywords
- überzeugende Anzeigen
- passende Landingpages
- sauberes Conversion-Tracking
- eine konkurrenzfähige Website
- attraktive Angebote
- kontinuierliche Optimierung
Außerdem sollte zwischen dem tatsächlichen Media-Budget und den Kosten für Strategie, Kampagnenmanagement, Auswertung und Optimierung unterschieden werden. Ein Hotel, das beispielsweise 5.000 Euro monatlich für Google Ads einplant, sollte berücksichtigen, dass neben dem reinen Klickbudget auch personelle oder externe Betreuungskosten entstehen.
4. Social Media: Nicht nur an direkte Buchungen denken
Kaum ein Marketingkanal wird in Hotels emotionaler diskutiert als Social Media. Die einen halten Instagram und Facebook für unverzichtbar, die anderen sehen darin vor allem zusätzlichen Aufwand. Beides greift zu kurz.
Social Media kann verschiedene Aufgaben übernehmen:
- Markenbekanntheit aufbauen
- Inspiration schaffen
- das Hotelerlebnis emotional vermitteln
- bestehende Gäste binden
- neue Zielgruppen erreichen
- Inhalte für Kampagnen bereitstellen
- Vertrauen schaffen
Nicht jede dieser Aufgaben lässt sich direkt einer Buchung zuordnen. Deshalb sollte Social Media nicht ausschließlich anhand kurzfristiger Umsätze bewertet werden. Gleichzeitig sollten Hotels klar unterscheiden zwischen organischem Social Media und bezahlter Reichweite. Denn hochwertige Reels, Fotos oder Videos zu produzieren ist ebenso eine Marketinginvestition wie das anschließende Bewerben dieser Inhalte.
5. Content-Produktion als eigener Budgetposten
Viele Hotels planen Geld für Google Ads, SEO oder Social Media ein – vergessen aber die Inhalte, die diese Kanäle überhaupt erst erfolgreich machen. Dabei basiert nahezu jedes moderne Hotelmarketing auf Content.
Professionelle Bilder werden benötigt für:
- Website
- Booking Engines
- Social Media
- Newsletter
- Anzeigen
- PR
- Printmaterialien
Dasselbe gilt zunehmend für Videos. Deshalb sollte Foto-, Video- und Content-Produktion als eigenständiger Bestandteil des Hotel Marketing Budgets verstanden werden – und nicht als einmalige Ausgabe alle paar Jahre.
6. CRM und Newsletter: Bestehende Gäste nicht vergessen
Neue Gäste zu gewinnen kostet Geld. Bestehende Gäste erneut für einen Aufenthalt zu begeistern, kann dagegen deutlich effizienter sein. Trotzdem investieren viele Hotels den Großteil ihres Budgets in Neukundenakquise und vergleichsweise wenig in Gästebindung. Dabei liegt gerade hier großes Potenzial.
Newsletter, CRM-Systeme und automatisierte Gästekommunikation können beispielsweise genutzt werden für:
- saisonale Angebote
- Wiederbuchungen
- Geburtstagsaktionen
- Stammgästeangebote
- kurzfristige Verfügbarkeiten
- Events
- spezielle Themenwochen
- Up- und Cross-Selling
Je größer die bestehende Gästedatenbank ist, desto relevanter wird dieser Bereich.
Nicht jedes Hotel braucht denselben Marketingmix
Die optimale Verteilung des Marketingbudgets hängt immer von der Ausgangssituation ab.
Hotel mit hoher OTA-Abhängigkeit
Ein Betrieb, der einen großen Teil seiner Buchungen über Booking.com, Expedia oder andere Plattformen erhält, sollte sich beispielsweise fragen:
Wie können wir unseren Direktbuchungsanteil erhöhen?
Daraus könnten Investitionen entstehen in:
- bessere Website
- attraktivere Direktbuchungsvorteile
- Google Ads
- Metasearch
- SEO
- CRM
- Newsletter
- Conversion-Optimierung
Das Ziel ist nicht zwingend, OTAs komplett zu ersetzen. Es geht vielmehr darum, den Vertriebsmix wirtschaftlicher zu gestalten.
Neues Boutiquehotel
Bei einer Neueröffnung steht zunächst häufig Markenaufbau im Vordergrund.
Prioritäten könnten deshalb sein:
- Positionierung
- Website
- hochwertiger Foto- und Videocontent
- Social Media
- PR
- Kooperationen
- Influencer Marketing
- Google Ads
- Meta Ads
- SEO
Hier muss zunächst Bekanntheit aufgebaut werden, bevor Stammgäste oder hohe organische Reichweiten entstehen können.
Etabliertes Ferienhotel mit vielen Stammgästen
Ein traditionsreicher Betrieb mit hoher Wiederkehrerquote hat wiederum andere Möglichkeiten.
Hier könnten besonders interessant sein:
- Newsletter
- CRM
- Stammgästekampagnen
- Angebotskommunikation
- Empfehlungsmarketing
- Content-Marketing
- SEO
Statt permanent neue Gäste einzukaufen, kann es wirtschaftlicher sein, bestehende Beziehungen besser zu nutzen.
Stadthotel mit hoher Suchnachfrage
Bei Stadthotels kann Performance Marketing wiederum eine größere Rolle spielen.
Denkbar sind unter anderem:
- Google Ads
- Google Hotel Ads
- Metasearch
- SEO
- Brand-Kampagnen
- Conversion-Optimierung
- mobile Buchungsprozesse
Entscheidend ist immer, wo Nachfrage entsteht und wie gut das Hotel diese in Direktbuchungen umwandeln kann.
Erst das Fundament, dann zusätzliche Reichweite
Einer der häufigsten Fehler im Hotelmarketing ist eine falsche Reihenfolge. Ein Hotel möchte mehr Buchungen und erhöht deshalb das Werbebudget. Doch mehr Reichweite bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz. Wenn die grundlegenden Voraussetzungen nicht stimmen, wird lediglich mehr Geld auf ein bestehendes Problem gelenkt.
Eine sinnvolle Reihenfolge sieht deshalb häufig so aus:
- klare Positionierung
- professionelle Website
- überzeugender Content
- einfache und attraktive Buchbarkeit
- funktionierendes Tracking
- anschließend Reichweite gezielt erhöhen
Oder anders gesagt:
Mehr Werbebudget löst kein Conversion-Problem.
Wenn hundert zusätzliche Besucher auf eine Hotelwebsite kommen, die nicht überzeugt, entstehen daraus nicht automatisch mehr Buchungen. Deshalb sollte vor größeren Performance-Kampagnen geprüft werden, ob die digitale Customer Journey funktioniert.
Marketingbudget nach Zielen statt nach Plattformen planen
„Wie viel Budget geben wir nächstes Jahr für Instagram aus?“ Diese Frage klingt konkret, ist strategisch aber häufig zu früh gestellt.
Besser wäre:
„Welches Ziel möchten wir erreichen?“
Zum Beispiel:
- Direktbuchungsanteil erhöhen
- Auslastung in der Nebensaison verbessern
- neue Zielgruppen gewinnen
- Bekanntheit steigern
- OTA-Abhängigkeit reduzieren
- Aufenthaltsdauer erhöhen
- höhere Zimmerpreise durchsetzen
- Stammgäste reaktivieren
Erst wenn das Ziel feststeht, sollte entschieden werden, welche Kanäle dafür benötigt werden.
Beispiel: Mehr Direktbuchungen
Möchte ein Hotel Direktbuchungen steigern, könnte das Budget in folgende Bereiche fließen:
- Google Ads
- bessere Landingpages
- Buchungsmaschinen-Optimierung
- SEO
- Metasearch
- Newsletter
- Remarketing
- Direktbuchungsvorteile
Instagram wäre möglicherweise Teil der Strategie – aber nicht automatisch der wichtigste Kanal.
Beispiel: Auslastung in der Nebensaison
Soll dagegen die Auslastung im November verbessert werden, können ganz andere Maßnahmen sinnvoll sein:
- spezielle Packages
- Newsletter an Stammgäste
- Google Ads zu saisonalen Suchanfragen
- Social Ads
- Kooperationen
- Content rund um konkrete Reiseanlässe
- gezielte Landingpages
Die Kanäle folgen dem Ziel – nicht umgekehrt.
Wie lässt sich der Erfolg des Marketingbudgets messen?
Marketing sollte messbar sein. Das bedeutet jedoch nicht, jeden Kanal ausschließlich anhand von Klicks oder sofortigen Buchungen zu bewerten. Hotels sollten mehrere Kennzahlen kombinieren.
Wichtige Kennzahlen im Hotelmarketing
Direktbuchungsumsatz
Wie viel Umsatz wird über die eigene Website erzielt?
Conversion Rate
Wie viele Websitebesucher werden tatsächlich zu Buchern?
Cost per Booking
Wie hoch sind die Marketingkosten pro generierter Buchung?
Customer Acquisition Cost
Wie teuer ist es insgesamt, einen neuen Gast zu gewinnen?
ROAS
Welcher Umsatz entsteht im Verhältnis zum eingesetzten Werbebudget?
Direktbuchungsanteil
Welcher Anteil aller Buchungen kommt über eigene Kanäle?
Organischer Umsatz
Wie viel Umsatz wird über unbezahlte Suchmaschinenbesuche erzielt?
Newsletter-Umsatz
Welche Umsätze lassen sich durch CRM- und E-Mail-Kampagnen generieren?
Wiederbuchungsrate
Wie viele Gäste kommen erneut?
Diese Kennzahlen helfen dabei, Budgets im Laufe des Jahres gezielt anzupassen.
Nicht jeder Marketingeffekt ist sofort sichtbar
Gerade im Performance Marketing entsteht schnell der Wunsch, jede Ausgabe unmittelbar einem Umsatz zuzuordnen. Bei Google Ads ist das teilweise gut möglich. Bei anderen Maßnahmen deutlich weniger.
Ein Gast kann beispielsweise:
- ein Hotel erstmals auf Instagram sehen,
- Wochen später einen Blogartikel über Google finden,
- anschließend eine Bewertung lesen,
- sich zum Newsletter anmelden,
- und zwei Monate später direkt buchen.
Welcher Kanal war nun für die Buchung verantwortlich? Die Realität ist meist komplexer als ein einzelner Klick. Deshalb sollten Hotels zwischen kurzfristiger Performance und langfristigem Markenaufbau unterscheiden. SEO, Content, Social Media oder professionelle Markenführung können über Monate oder Jahre Wirkung entfalten.
Typische Fehler bei der Marketingbudgetplanung
Das Vorjahresbudget wird einfach übernommen
Wer neue Ziele hat, braucht möglicherweise auch ein anderes Budget. Eine Fortschreibung des Vorjahres ist bequem, aber nicht automatisch sinnvoll.
Umsatz soll steigen, Marketingbudget wird gleichzeitig gekürzt
Natürlich kann Marketing effizienter werden. Wer aber deutlich wachsen möchte und gleichzeitig Reichweite, Content, Sichtbarkeit und Kampagnen reduziert, erzeugt einen strategischen Widerspruch.
Fast das gesamte Budget fließt in Werbung
Mehr Media-Budget ist verlockend, weil Ergebnisse schnell sichtbar erscheinen. Doch ohne gute Website, Content und Tracking funktioniert auch Performance Marketing nur begrenzt.
SEO wird einmalig „gemacht“
Eine technische Optimierung oder ein paar neue Texte sind kein langfristiges SEO-Konzept. Sichtbarkeit entsteht durch kontinuierliche Arbeit.
Social Media läuft ohne Ziel
„Wir müssen auf Instagram aktiv sein“ ist keine Strategie. Ein Hotel sollte definieren, welche Aufgabe Social Media im Marketingmix übernehmen soll.
Content bekommt kein eigenes Budget
Wenn professionelle Bilder, Videos und Texte fehlen, sinkt die Qualität fast aller Marketingkanäle gleichzeitig.
Tracking fehlt
Ohne saubere Daten lässt sich kaum beurteilen, welche Maßnahmen tatsächlich funktionieren.
Nur kurzfristiger ROI zählt
Nicht jede wichtige Marketingmaßnahme erzeugt morgen eine Buchung. Marke, SEO und Content benötigen teilweise Geduld.
Wie Hotels ihr Marketingbudget sinnvoll planen können
Für die jährliche Budgetplanung empfiehlt sich ein einfaches Vorgehen.
Schritt 1: Umsatzziel definieren
Wie viel Umsatz soll im kommenden Geschäftsjahr erreicht werden?
Schritt 2: Marketingbudget festlegen
Für etablierte Betriebe können 5 bis 6 % des angestrebten Jahresumsatzes eine erste Orientierung darstellen.
Bei Neueröffnungen oder umfangreichen Neupositionierungen können rund 10 % ein sinnvoller Ausgangspunkt sein.
Schritt 3: Unternehmensziele bestimmen
Was soll Marketing konkret bewirken?
Zum Beispiel:
- höhere Auslastung
- mehr Direktbuchungen
- neue Zielgruppen
- bessere Nebensaison
- stärkere Marke
Schritt 4: Marketingfundament überprüfen
Sind Website, Content, Buchungsstrecke und Tracking leistungsfähig genug?
Schritt 5: Budget auf Maßnahmen verteilen
Erst jetzt erfolgt die Aufteilung auf SEO, Google Ads, Social Media, Content, CRM oder weitere Kanäle.
Schritt 6: Ergebnisse regelmäßig kontrollieren
Das Jahresbudget sollte kein starres Konstrukt sein. Wenn bestimmte Kampagnen überdurchschnittlich gut funktionieren, kann Budget verschoben werden. Dasselbe gilt, wenn Maßnahmen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Das Marketingbudget muss zum Umsatzziel passen
Die Frage nach dem richtigen Marketingbudget für Hotels lässt sich nicht mit einer einzigen Prozentzahl beantworten. Zu unterschiedlich sind Positionierung, Standort, Zielgruppen, Vertriebsstruktur und Ausgangslage der Betriebe. Trotzdem helfen Orientierungswerte. Für etablierte Hotels können rund 5 bis 6 % des angestrebten Jahresumsatzes eine sinnvolle Grundlage für die Planung sein. Bei Neueröffnungen, größeren Rebrandings oder dem Eintritt in neue Märkte können rund 10 % erforderlich sein, um Bekanntheit, Sichtbarkeit und Nachfrage zunächst aufzubauen. Entscheidend ist anschließend, wie dieses Budget eingesetzt wird. Denn erfolgreiches Hotelmarketing bedeutet nicht, möglichst viel Geld in Anzeigen zu investieren. Website, SEO, Content, Social Media, CRM und Performance Marketing müssen zusammenspielen und auf klare Unternehmensziele einzahlen. Wer sein Marketingbudget nicht als Restposten, sondern als strategische Investition in den geplanten Umsatz versteht, schafft eine deutlich bessere Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Das beste Marketingbudget ist deshalb nicht automatisch das größte – sondern dasjenige, das konsequent auf die Ziele des Hotels einzahlt.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sollte das Marketingbudget eines Hotels sein?
Als praxisorientierte Faustregel können etablierte Hotels rund 5 bis 6 % des angestrebten Jahresumsatzes für Marketing einplanen. Entscheidend ist, dass sich das Budget am geplanten Umsatz und an den konkreten Unternehmenszielen orientiert. Je nach Positionierung, Wettbewerb, Vertriebsstruktur und Wachstumsambition kann der tatsächliche Bedarf höher oder niedriger ausfallen.
Wie hoch sollte das Marketingbudget bei einer Hotel-Neueröffnung sein?
Bei einer Neueröffnung kann ein Marketingbudget von rund 10 % des angestrebten Jahresumsatzes eine sinnvolle Orientierung sein. Neue Hotels müssen zunächst Bekanntheit, Sichtbarkeit und Nachfrage aufbauen. Zusätzlich entstehen häufig einmalige Investitionen für Markenentwicklung, Website, Foto- und Videoproduktion, SEO, Social Media, PR und Launch-Kampagnen.
Wie sollte ein Hotel sein Marketingbudget auf verschiedene Kanäle verteilen?
Eine pauschale Verteilung gibt es nicht. Das Budget sollte sich an den Zielen des Hotels orientieren. Möchte ein Betrieb beispielsweise mehr Direktbuchungen erzielen, können Website, SEO, Google Ads, Metasearch und CRM besonders wichtig sein. Bei einer neuen Marke können dagegen Content, Social Media und Maßnahmen zum Bekanntheitsaufbau stärker gewichtet werden.
Wie viel sollten Hotels in Google Ads investieren?
Die Höhe des Budgets für Google Ads hängt unter anderem von Suchvolumen, Wettbewerb, Saison, Zimmerpreisen und den angestrebten Buchungszielen ab. Entscheidend ist nicht allein die Höhe des Werbebudgets, sondern ob Kampagnen profitabel arbeiten. Hotels sollten deshalb neben den Klickkosten auch Conversion Rate, Buchungsumsatz, Cost per Booking und ROAS berücksichtigen.
Lohnt sich SEO für Hotels trotz Google Ads und Buchungsplattformen?
Ja, denn SEO für Hotels kann langfristig dazu beitragen, mehr qualifizierte Besucher über die organische Google-Suche zu gewinnen. Anders als bei bezahlten Anzeigen entstehen nicht für jeden Websitebesuch direkte Klickkosten. SEO sollte allerdings nicht als einmalige Maßnahme betrachtet werden, sondern als kontinuierlicher Prozess aus technischer Optimierung, Content-Erstellung und Weiterentwicklung der Website.
Sollte ein Hotel sein Marketingbudget kürzen, wenn die Auslastung gut ist?
Nicht automatisch. Eine gute Auslastung kann das Ergebnis bereits funktionierender Marketingmaßnahmen sein. Zudem sollte nicht nur die Belegung betrachtet werden, sondern auch Zimmerpreis, Direktbuchungsanteil, Vertriebskosten und Nachfrage in schwächeren Zeiträumen. Sinnvoller als eine pauschale Kürzung ist es, regelmäßig zu prüfen, welche Maßnahmen wirtschaftlich funktionieren und das Budget entsprechend zu optimieren.




